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🌊 Härtetest am Hohenwarter Stausee: 18 Kilometer Dauerschwimmen, ein SUP im Tiefgang und ein unbemerktes Versteckspiel

 

☀️ Ein perfekter Sommertag, 23°C Wassertemperatur und jede Menge Kilometer vor der Brust

Am Wochenende ging es für unser „Team Warmduscher“ an den Hohenwarter Stausee. Mit einer Flotte aus Faltboot, aufblasbarem Kajak und SUP im Gepäck stand ein echter Ausdauertest auf dem Plan. Spoiler vorab: Am Ende hatten wir nicht nur müde Muskeln, sondern auch ein verblüffendes Tracking-Rätsel zu lösen.

 

🔍 Die Odyssee vor dem Start: Neues Handy und die Suche nach der Einstiegsstelle

Mein Wochenende begann eigentlich schon am Freitagabend, und das absolut tiefenentspannt. Ich machte mich gut gelaunt auf den Weg Richtung Hohenwarte-Stausee. Allerdings stand ich direkt vor einer kleinen Herausforderung: Wie ihr wisst, musste ich mir ja kurz zuvor ein neues Handy besorgen. Der komplette bisherige Chatverlauf war weg, und mir fehlten die genauen Details der Planung. Also folgte ich einfach dem einzigen Link, den ich noch hatte – der sollte zu einem Bistro führen, in dem wir am Samstag essen wollten. Tja, blöd gelaufen: Der Link führte mich direkt zum geplanten Ziel der Tour und nicht zum Start.

Nachdem ich im Chat noch einmal kurz nachgefragt hatte, wo wir denn nun eigentlich loslegen wollen, ging es mit der richtigen Info im Gepäck weiter zur Linkenmühle. Ich wusste, dass es dort einen Platz geben musste, an dem ich das Boot perfekt zu Wasser lassen und auch das Auto gut parken konnte. Die Suche gestaltete sich dann aber doch als kleines Suchspiel im Dunkeln: Zuerst steuerte ich den Campingplatz an – falsch. Also wieder umgedreht und auf die andere Seite der Bucht zum offiziellen Bootsanleger gefahren – leider wieder falsch. Auf dem Rückweg fiel mir dann ein kleiner Waldweg auf, der Richtung Ufer hinunterführte. Und tatsächlich: Da stand sogar ein Schild mit der Aufschrift „Einstiegsstelle“.

Endlich am richtigen Fleck! Ich habe den Punkt sofort live geteilt, mir das Ganze im Chat kurz bestätigen lassen und dann fiel mir auch ein Stein vom Herzen. Danach habe ich mich langsam bettfertig gemacht, mich in mein Auto gelegt und versucht zu schlafen. Schließlich wollte ich am nächsten Morgen für das anstehende Abenteuer richtig schön ausgeruht sein.

 

🚣 Vorbereitung und Start an der Linkenmühle

Am Samstagmorgen zahlte sich die frühe Anreise aus: Kein Stress, keine Hektik. Das Boot am Morgen startklar zu machen, hat mir irgendwie riesige Freude bereitet. Nach meiner langen Tour auf dem Main, bei der ich die ganze Zeit als Schwimmer im Wasser war und andere mein Boot steuern mussten, freute ich mich tierisch darauf, heute endlich selbst einmal der Bootsführer zu sein!

Ich konnte mein Faltboot in aller Seelenruhe komplett fertig machen. Heute durfte ich all das endlich mal am eigenen Leib erleben, was mir Nico und Thomas vorher erzählt hatten – wie sich der Außenborder schlägt und was mit den ganzen Modifikationen am Boot im echten Einsatz gut und was vielleicht weniger gut klappt. Kurz vor neun Uhr ging es für mich an der Einstiegsstelle los, um zum Bootsanleger bei der Mühlenfähre überzusetzen.

Dort traf zeitgleich der Rest des Teams auf dem Parkplatz ein. Die Flotte wurde final montiert: Tobi bereitete sein aufblasbares Kajak vor, Viola ihr SUP. Am Bootsanleger angekommen, verteilten wir das gesamte Gepäck – Drybags und Kühltaschen – strategisch auf die beiden Boote und das SUP.

Bei viel Sonne und bestem Sommerwetter ging es mit einer absolut teamtypischen, „fast pünktlichen“ Verspätung von knapp 30 Minuten schließlich los. Ein großes Dankeschön geht vorab an Ulf und Annemarie: Die beiden hatten die Route akribisch geplant und einen einlaminierten Kartenausdruck inklusive exakter Meterangaben für die Teilstrecken dabei – ein extrem hilfreicher Wegweiser für uns an diesem Tag.

 

🧠 Die erste Etappe: Aufteilung und mentale Härteprüfung

Die Aufgaben auf dem Wasser waren klar verteilt: Tobi zog sein aufblasbares Kajak hinter sich her, Viola begleitete mit dem SUP die Spitzengruppe der schnellen Schwimmer, und ich bildete mit dem Faltboot das Schlusslicht, um die gemütlichere Gruppe abzusichern. Bei einer Wassertemperatur von 23°C waren die Bedingungen für die Schwimmer optimal.

Ich fand mich extrem schnell mit dem Boot und dem Außenborder zurecht. Okay, gegenüber Nico und Thomas habe ich natürlich einen riesigen Vorteil: Ich kenne das Boot – wenn auch früher ohne Außenborder – in- und auswendig. Schon als Kind mit meinen Eltern, als Jugendlicher und auch als Erwachsener bin ich es oft genug gefahren. Allein als Jugendlicher war ich damit schon mit meiner Schwester an Pfingsten auf dem Main unterwegs, und als Erwachsener habe ich den kompletten Main sogar mal ganz alleine bezwungen.

Während Viola sich gleich mit den schnelleren Schwimmern nach vorne absetzte, blieb ich bei Annemarie und sicherte sie ab. Genau in diesem Moment stand für mich auf einmal felsenfest: Ich werde heute doch nicht selbst ins Wasser springen. Es war einfach nur superschön. Ich hatte keine Stimmen im Kopf, keine Flashbacks – ich konnte einfach die herrliche Natur dieses Reviers genießen und voll für die Versorgung der Schwimmer da sein.

Eines kann ich jetzt definitiv bestätigen: Wenn man die Aufgabe hat, Schwimmer zu begleiten, ist man die gesamte Zeit voll konzentriert. Man gibt mit dem Boot die Richtung vor, darf die Schwimmer dabei aber auf keinen Fall stören. Gleichzeitig kämpft man mit den Wellen der vorbeifahrenden Sportboote und muss immer ein Auge und ein Ohr ganz nah am Sportler haben. Mein großer Vorteil dabei war: Ich weiß aus eigener Erfahrung ganz genau, wie man sich als Schwimmer neben so einem Begleitboot fühlt.

An der Spitze des Droschken-Campingplatzes legten wir nach dieser ersten Etappe eine kurze, zehnminütige Verschnaufpause ein. Danach folgte der härteste Brocken des Vormittags: Der Abschnitt bis zum Campingplatz Hopfenmühle. Diese Strecke zieht sich gefühlt endlos in die Länge und verlangte den Schwimmern unter der Sonne mental einiges ab. Nach erfolgreicher Bewältigung dieser Durststrecke gab es die wohlverdiente zweite Pause.

 

🏞️ Etappenziel Neidenberga und Team-Splittung

Der nächste Abschnitt führte uns bis zum Scheitelpunkt an der Schleife von Neidenberga (Schleifeninnenseite). Bis hierher hatte die Gruppe stolze 7 Kilometer in 3,5 Stunden schwimmend zurückgelegt. An diesem Punkt teilte sich unser Team auf:

 

🛶 Rückweg Gruppe 1

Conny und Ulf schwammen erst noch 1,2 Kilometer zurück. Danach begab sich Ulf auf Tobis Kajak – welches Viola bis zu diesem Zeitpunkt im Schlepptau an ihrem SUP hinter sich hergezogen hatte – und nahm die Verfolgung unserer zweiten Gruppe auf. Dies blieb jedoch ohne Erfolg, da wir uns schlichtweg verpasste. Conny stieg derweil zu Viola mit auf das SUP. Auf dem Board sitzend ging es für die beiden mit etwas mehr Tiefgang und dadurch zwar etwas langsamer, aber mit jeder Menge Spaß auf den Rückweg zum Start nach Linkenmühle.

 

🧭 Weiterweg Gruppe 2

Annemarie und Tobi wollten weiter Richtung Saalthal-Alter. Ich übernahm mit dem Faltboot samt Außenborder die Begleitung.

Um den Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem schnellen Tobi und Annemarie auszugleichen, ließen wir uns etwas Kreatives einfallen: Mein Boot wurde kurzerhand an Tobi als „Bremse“ angebunden. Dazu habe ich natürlich den Außenborder hochgeklappt. Die „Maschine“ Tobi zog mich hinter sich her. Das sorgte für ein absolut identisches Tempo und bescherte Tobi gleichzeitig eine perfekte Extra-Trainingseinheit für seine anstehende Zürichseequerung.

Hier konnte ich mich einmal voll und ganz entspannen, da Tobi mich zog und das Boot einfach ruhig hinter ihm herfuhr. Ab und an musste ich zwar mal etwas beilenken, wenn der Wind mich ein bisschen wegdrücken wollte, aber ansonsten hieß es für mich: Einfach nur die Natur genießen und dem beruhigenden Schaukeln des Bootes lauschen. Ich musste tatsächlich nur aufpassen, dass ich dabei nicht einschlief!

An der Spitze des Skizentrums Neidenberga änderten wir die Taktik: Annemarie stieg mit zu mir ins Boot, sodass Tobi das letzte Stück bis Saalthal-Alter ohne Zusatzballast im Express-Tempo absolvieren konnte.

 

🍽️ Boxenstopp an der Linkenmühle & Fachsimpelei in Saalthal-Alter

Während Conny und Viola in Linkenmühle ankamen, standen sie erst einmal vor verschlossenen Türen: Die Gaststätte zur Linkenmühle hatte um 14:00 Uhr schon zugemacht. Die beiden wechselten kurzerhand in das Restaurant am Campingplatz, um sich dort die Zeit zu vertreiben. Da sich unsere Rückkehr allerdings noch hinzog und Viola noch die lange Heimfahrt nach Straubing vor sich hatte, verabschiedeten sich die beiden schließlich gegen 17:00 Uhr.

Wir kamen derweil in Saalthal-Alter an, wo die nächste Pause anstand. Annemarie nutzte die Gelegenheit sofort für einen kleinen Plausch mit ihren Leuten von der Wasserwacht, die vor Ort unter den wenigen Wolken am Himmel zufällig gerade eine Großübung abhielten.

Hier nutzte ich die kurze Gelegenheit sofort aus, um mal aufzustehen und mir ordentlich die Beine zu vertreten. Allmählich begann nämlich auch mein Po zu schmerzen vom langen Sitzen in dem doch etwas engeren Faltboot. Das Polster, das ich mir extra dafür gebaut hatte, war zwar schon um Längen besser als die Standardausführung, aber das Optimum ist es dann am Ende eben doch noch nicht. Nach gut 15 Minuten Fachsimpelei und Dehnen wurde schließlich gewendet, und die dreistündige Rückfahrt nach Linkenmühle begann.

 

🔥 Der Rückweg: Tobi läuft heiß und die Welle kommt

Ab jetzt zeigte Tobi, was wirklich in ihm steckt. Ich stellte den Außenborder auf ein immer perfekt an das Tempo des Schwimmers angepasstes Niveau ein und musste eigentlich nur noch lenken. Direkt dahinter, im absolut gleichmäßigen Takt, pflügte Tobi wie ein Uhrwerk durchs Wasser – drei Stunden am Stück direkt im Heckwasser meines Bootes.

Irgendwann meldete der Schwimmer dann doch Hunger an. Aus dem Boot versorgte ich ihn im fliegenden Wechsel mit allem, was die Bordküche noch hergab: Yfood, Banane, Haferkekse und Energieriegel. Nach diesem kurzen Boxenstopp ging es ohne Tempoverlust weiter im harmonischen Gleichschritt durch den Stausee.

Der Rückweg hatte es allerdings in sich: Am Nachmittag setzte der volle Wochenend-Wassersportbetrieb ein. Zahlreiche Motorboote kreuzten unseren Weg und sorgten für ordentlich Unruhe. Besonders im Bereich der Wasserski-Strecke wurden die Wellen extrem heftig. Tobi ließ sich davon jedoch überhaupt nicht beeindrucken und zog vollkommen unbeeindruckt, konstant und monoton seine Bahnen.

 

🌀 Das große Verwirrspiel mit Ulf und das Finale

Knapp 2,5 Kilometer vor dem Ziel trafen wir schließlich wieder auf Ulf. Es stellte sich heraus, dass wir den Nachmittag mit einem verblüffenden, unbemerkten Versteckspiel verbracht hatten: Nachdem Ulf die erste Gruppe in Linkenmühle abgeliefert und alles verstaut hatte, war er uns wieder entgegen gepaddelt. Er erreichte Saalthal-Alter um 17:40 Uhr – zu diesem Zeitpunkt waren die Fahrzeuge der Wasserwachtübung bereits weg. Wir hatten uns am Zielort somit um genau eine Stunde verpasst! Das bedeutete auch, dass Ulf auf dem Hinweg unbemerkt an uns vorbeigepaddelt war und uns dann irgendwann auf dem Rückweg wieder überholt hatte, ohne dass wir uns gegenseitig zu Gesicht bekamen.

Annemarie und ich hatten zudem erst nach etwa zwei Stunden Fahrt – als gewendet wurde und wir das Wasserski-Gebiet erreichten – nach vorne blickend Ausschau nach Ulf gehalten. Niemand von uns hatte damit gerechnet, dass er uns bereits von hinten kommend überholt hatte. Nachdem Ulf uns bis Linkenmühle nicht einholen konnte, drehte er kurzerhand um und paddelte uns einfach noch einmal entgegen. Ein kurzer Blick auf den Live Tracker hätte das Rätsel zwar sofort gelöst, aber so blieb es bis zum echten Treffen spannend.

Auf dem Rückweg, so nach weiteren drei Stunden Fahrt, war es dann aber auch langsam so, dass ich verdammt gerne am Ziel ankommen wollte. Mir tat der Hintern mittlerweile echt richtig weh. Insbesondere weil ich mich schon seit drei Wochen mit Ischias-Schmerzen in der linken Pohälfte herumplage, war es jetzt einfach nur noch eine Qual.

Bei diesem Zusammentreffen läuteten wir trotzdem motiviert die letzte Phase des Tages ein: Tobi stieg nach einer absolut überragenden und hammerharten Schwimmstrecke von insgesamt 18 Kilometern endgültig in sein Kajak um. Gleichzeitig sprang Annemarie wieder ins Wasser, um ihre geplanten 10 Kilometer vollzumachen.

Während Tobi und Ulf im Kajak zügig den Rückweg zum Auto antraten, bildete ich mit dem Faltboot das treue Schlusslicht und wich Annemarie bei bestem Sonnenschein bis zum Schluss nicht von der Seite. Gegen 20:00 Uhr erreichte dann auch Annemarie glücklich und erschöpft das Ziel an der Linkenmühle.

Nachdem ich Annemarie sicher am Ziel abgeliefert hatte, musste ich ja noch allein zur ursprünglichen Einstiegsstelle übersetzen. Den kurzen Weg nutzte ich aus, um noch einmal so richtig Spaß mit dem Außenborder zu haben und der Maschine freien Lauf zu lassen. Das hat echt Laune gemacht! Ich freue mich jetzt schon tierisch auf nächste Woche an der Ostsee – mein Boot kommt natürlich mit, und ich werde dort mit Sicherheit einige schöne kleine Tour drehen.

 

⚓ Der Abschluss an der Einstiegsstelle

Zurück an der Anlegestelle räumte ich erst einmal alles aus dem Boot, was den anderen gehört, und setzte dann allein zur ursprünglichen Bootseinstiegsstelle Linkenmühle über. Dort wurde in aller Ruhe das Boot und das gesamte Equipment im und auf dem Auto verstaut.

Zum krönenden Abschluss kamen Ulf, Annemarie, Tobi und ich noch einmal an der Einstiegsstelle für ein verdientes gemeinsames Abschlussbild zusammen. Danach machten sich alle müde, aber stolz auf den Heimweg. Ein genialer Tag auf dem Wasser!

 

📊 Die nackten Zahlen des Tages im Überblick

  • 🏊‍♂️ Tobi: 18 km Schwimmen (Härtetest für die Zürichseequerung mit Bravour bestanden!)

  • 🏊‍♀️ Annemarie: 10 km Schwimmen, vollgepackt mit Wasserwacht-Plausch

  • 🏊‍♀️ Conny: 8,2 km Gesamtstrecke (7 km Schwimmen + 1,2 km zurück, danach SUP)

  • 🏄‍♀️ Viola: SUP-Begleitung der schnellen Schwimmer + Abschleppen des Kajaks

  • 🚣‍♂️ Ulf: 8,2 km Gesamtstrecke + Such- und Paddeleinsatz

  • 🚤 Matjes (Ich): Perfekter Begleitschutz, Logistikmeister, treuer Begleiter im Faltboot

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